Realisierung neuer Gesundheitsroutinen und Suchtüberwindung

Grundsätzliches zum Realisieren guter Vorsätze

Ein entscheidendes Problem mit Zielen für die Zukunft ist uns wahrscheinlich allen schon bekannt: heute etwas tun, damit es mir in einigen Wochen (hoffentlich) besser geht… das ist in der Praxis leider keine Selbstverständlichkeit.
Im Gegenteil: unser Belohnungssystem lernt sehr schnell, wie alltägliche Genussmittel und Junk-Faktoren kurzfristig auf unsere Stimmung wirken und wird uns diese leicht verfügbaren Abkürzungen zum Genuss als attraktivere Variante zu längerfristig deutlich wirksameren aber zunächst aufwändigeren Optionen (wie Bewegungs- & Lerneinheiten) erscheinen lassen.

Und weil Süßigkeiten, Bierchen und Chips vorm Fernsehen oder Computer schon nach kurzer Zeit eine Menge interessanter Wohlfühl-Botenstoffe ausschütten können, haben langfristige Belohnungen von Gesundheit bis erfüllenden Beziehungen einen zunehmend schwereren Stand.
Genussabkürzungen können schnell zur Gewohnheit werden ohne die wir uns unwohl fühlen (Abhängigkeit) oder eine Steigerungsdynamik entwickeln (Sucht). Jedenfalls haben die ständig verfügbaren kleinen Belohnungen und Stimmungsretter schon ein gehöriges Junk-Potential.

Fernsehen kann das Gehirn beispielsweise binnen Sekunden von „gespannt-wach“ in den eher entspannten Alpha-Modus runterfahren – ohne dass wir dafür eine Entspannungsübung wie Meditation, Yoga oder das ruhige Durchatmen in der Natur bräuchten.
Zucker kann ein Botenstofffeuerwerk zünden, was auf Hirnscans kaum von Drogen wie Kokain zu unterscheiden ist und Alkohol betäubt als erstes die Hirnbereiche, die bspw. für das Problemwälzen zuständig sind. Das Ergebnis solcher Kombinationen ist angenehme Wohligkeit ohne echte Errungenschaften, angenehme menschliche Beziehungen oder Problemlösungen – zumindest für einige Minuten bis Stunden.

Wie sich Problemroutinen einschleichen

Die gelegentliche Nutzung ist wohl kaum gefährlich, die Gefahr liegt vielmehr in der gegenseitigen Verstärkung und folglich im Einschleifen neuer Muster.

Das Fernsehen ist auch hierfür ein gutes Beispiel: Nachdem die Flimmerkiste das Hirn in den Alpha-Modus geschickt hat, sind wir (ähnlich wie bei Meditationen und leichter Hypnose) viel empfänglicher für Suggestionen. Die Werbeindustrie nutzt das aus, um erstrebenswerte Emotionen mit Konsummarken zu verknüpfen und entsprechende Kaufreflexe zu programmieren und auch unmittelbar die Lust auf Süßes und weiteres Junk-Food zu erzeugen.

Nahezu jeder Werbeblock enthält eindringliche Reklame für Snacks, Alkohol, „Gewinn“spiele und vermeidliche Attraktivitätssteigerer. Das fällt stärker auf, wenn man mal einige Monate ohne Fernsehen und mit konsequentem Werbeblocker für den Webbrowser gelebt hat. Ansonsten wird die Junk- & Konsumhypnose Teil der Normalität.
Das „Spiel“ geht aber noch weiter: Unser Geist hat nur Kapazität für die soziale Beziehung zu etwa hundert Menschen, an deren Leben wir Anteil nehmen.

Diese Kapazität kann von prominenten Lebensgeschichten „besetzt“ werden. Von Fußballspielern über Schauspieler, Musiker bis Politiker und jeder Form von Klatsch-Promis werden immer einige zig Persönlichkeiten in den Schlagzeilen gehalten – das kann die Illusion von sozialer Vernetzung erzeugen, während die tatsächliche Bindung zu Menschen außer Arbeitskollegen schleichend erodiert – gerade in Großstädten ist diese soziale Verarmung ein echtes Problem, was die Abhängigkeit von den medialen „Neuigkeiten“ und Ersatzbefriedigungen wie Junk-Food, Drogen & Medikamenten und emotionalen Einkäufen weiter steigert …Elemente eines perfekten Hamsterrads.

Kein Grund für Schuldgefühle sondern Anlass zum Wachstum

Die meisten Nutzer wissen von den potenziellen Gefahren ihrer Genussmittel und manche halten die Nutzung auch möglichst geheim (was Abhängigkeit potentiell begünstigt) oder stellen sie als Ausnahmen dar.
Dabei gibt es wenig Grund zur Verurteilung: wir sind auf Neurotransmitter / Botenstoffe angewiesen – ein Mangel kann uns ernsthaft krank machen – wie einen Junkie auf Entzug, nur langsamer.  …die abendlichen Genussmittel können also tatsächlich als die sprichwörtliche Rettung in der Not gesehen werden, wenn die Tage zuvor nicht erfüllend genug waren.

Die Nutzung von Genussmitteln, Drogen und Medikamenten sollte also gerade nicht als Zeichen von Charakterschwäche gewertet werden und schon lange nicht als Anlass für Schuldgefühle. (wie viele wurden schon als Kinder vor die Flimmerkiste gesetzt, um „mal Ruhe zu geben“)

Die einzige Schwäche – wenn man eine finden möchte – liegt meiner Meinung nach im Mangel an Wissen und Fähigkeiten, gesundheitlich förderlichen Genuss bzw. Freude natürlich zu erzeugen, ohne dass Teile unserer Intelligenz (Faulheit) dazwischenfunken mit der Warnung vor zu viel Anstrengung.
Ich glaube, dass jeder Mensch diese Fähigkeiten wiederentdecken und zwanglos nutzen kann.
Sicherlich hängt der Erfolg von der vorherigen Prägung bzw. der Tiefe eingeschliffener Muster ab – aber es gibt mittlerweile Methoden selbst für die kniffligsten Herausforderungen.
Wer tatsächlich ein Bedürfnis spürt, gesünder und erfüllter zu werden, für den gibt es auch gangbare Wege.

Die gängigen Auswege auch zur Suchtüberwindung

Erfahrungsgemäß sind die interessantesten Starter in den Bereichen gesunder Ernährung, Bewegung und emotionalem Ausgleich zu finden.
Den Körper mit weniger leeren Kalorien und Giften zu belasten und stattdessen mit mehr Vitalstoffen / Biophotonen zu versorgen ist schon deshalb ein guter Start, weil es mit Selbstfürsorge und neuen Routinen einhergeht (und weil die Ernährung nach Sex und Musik das höchste messbare Belohnungspotential bietet)

Bewegung ist „muss“ in jedem Gesundheitsprogramm, weil unsere Körperfunktionen wie Entgiftung darauf angewiesen sind und weil sie gerade für unsere Stimmung unverzichtbar ist:
Geeignete Bewegung wirkt offenbar besser gegen depressive Verstimmungen als entsprechende Medikation und ist die einzig wirksame Vorbeugung gegen Gesundheitsschäden des überwiegend sitzenden Lebensstils, der im angelsächsischen schon als „sitting desease“ bezeichnet und erforscht wird.

Stressbewältigung bzw. emotionaler Ausgleich
ist letztlich die Königsdisziplin zur Gesundung und Erfüllung, schon weil die meisten Gesundheitsprobleme auf negative Stressbelastung zurückzuführen sind und wir uns als Menschen nicht einfach nach festen Schema X (am Leben) halten können, wie das bei vielen Tier- & Pflanzenarten möglich ist (Grundbedürfnisse). Wir brauchen teilweise hoch individuelle Freiheitsgrade und entsprechende Erlebnisse und Entwicklungen – ohne die wir automatisch an toxischem Stress leiden würden – oder nach Schopenhauer:
„Der Mensch kann zwar machen was er will, aber nicht wollen, was er will“
Für mich ist dieses Zitat der prägnanteste Hinweis darauf, dass wir nicht einfach ein aktuell opportunes (vorgeprägtes) Lebensmodell annehmen und durchziehen können. Zumindest einige kommen nicht umhin, selbst zu entdecken, was sie denn tatsächlich glücklich macht.
Meiner Beobachtung nach ist dieser Aspekt besonders interessant für Menschen mit Abhängigkeits- und Suchttendenzen. Die unverkrampfte Suchtüberwindung ist für mich jedenfalls ein besonders wichtiger Teil des großen Themenbereiches „Detox im Alltag“.

Folglich sind auch Teile und Themenschwerpunkte des Detoxprojekts organisiert: im ersten Teil sind die einfachsten Ernährungsmaßnahmen zur Entlastung und Entgiftung des Körpers zusammengefasst. Im Zweiten kommen Bewegung und Abhilfe bei speziellen Herausforderungen wie Schwermetallen oder Toxische Infektionen dazu und im dritten stehen die geistig-emotionalen Faktoren im Vordergrund.

zum ersten Film-Teil

1 Comment
  1. Renate Sajko-Schenk 10 Monaten ago

    Ich Danke für die Erkenntnisse! Ich beobachte das schwinden der sozialen Kompetenzen. Zwischenmenschliche Beziehungen beginnen im Bauch der Mutter eine bewusste achtsame Entbindung, nach der Geburt bedarf je nach Bedarf . Die stehlt den Loslösungsprozess und die Selbstständigkeit des kleinen Erdenbürgers dar unsere Herausforderung sehe ich darin Eltern bewusst zu machen , wie nachhaltig ihr Umgang mit der Entwicklung des Erdenbürgers ist. Manchmal funktioniere ich wie eine Maschine bzw. Ein Teil einer Maschine. Bewusstsein hilft mir in die Lebendigkeit.

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©2017 Detox-Film ein Projekt von Stefan Kutter

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